Butzmühlenweg

Butzmühlenweg

Logo Extratouren

Der Premiumweg Butzmühlenweg ist ein rund 13 km langer Rundwanderweg, der letztmalig im Jahr 2015 mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet wurde.

Farbenlehre der Natur: Schwarz, Grün, Blau, Violett!

Der Butzmühlenweg ist gleich für eine Überraschung gut: Steigen Sie den kleinen Pfad hinunter zum Mühlgraben und wandern Sie über das Wehr zur Wiese vom nahegelegenen Gasthof Zur Mühle.  Wenn Sie Glück haben, treffen Sie hier die berühmten Nuhnegänse an.

Durch eine Furt – gerne auch Barfuss – geht es durch die Nuhne in den Ort Schreufa. Bei Hochwasser und wenn Sie lieber einen befestigten Weg bevorzugen, wandern Sie auf dem asphaltierten Weg zurück in den Ort und folgen dem gekennzeichneten Alternativweg, der automatisch wieder auf den Butzmühlenweg führt.

Nördlich von Schreufa verläuft der Weg durch grünen Wald auf eine Anhöhe mit einer ersten schönen Aussicht nach Süden. Vorbei an einem verwunschenen, fast schwarzen Teich und der Wüstung Guntershausen führt der Weg an einem kleinen Bach hinab ins Nuhnetal.

Dort ist der Schwarzstorch zwar ein diskreter, aber nicht gerade seltener Gast! Das ist auch der Grund, warum wir die grünen Auen dieses reizvollen Tals und die dort  stehenden Butzmühlen nicht direkt ansteuern.

Durch ein wildromantisches kleines Bachtal und einen schönen Wald erreichen Sie die Hochebene von Hommershausen, die einen weiteren Blick über das Land erlaubt. Dort tauchen Sie in die Heidewelt ein, die im Spätsommer eine Sinfonie in Violett entfaltet aber auch in anderen Jahreszeiten einen besonderen Reiz hat.

Dann biegen Sie ab in das Nienzetal und erreichen wieder Ihren Ausgangspunkt. Eine Attraktion am Wegesrand ist die Butzkirche von Hommershausen, die aus dem Nuhnetal hierher versetzt wurde.

Höhenprofil Butzmühlenweg

Informationspult „Wüstung Guntershausen“

Das Wort Wüstung steht für ehemalige Dörfer des Mittelalters, für kleinere und größere Ansiedlungen in der Größe von 6 bis 10 Höfen, die von den Bewohnern aus verschiedenen Gründen verlassen wurden und verfallen sind. Die Ursachen für das Verlassen der Orte sind vielfältig und nicht immer nachweisbar. Eine dieser Ursachen könnte in der Landflucht zwischen dem Beginn des 13. Jahrhunderts und der Mitte des 15. Jahrhunderts liegen. Während dieser Zeit lebten die Menschen in den ungeschützten Dörfern in einer ständigen Unsicherheit durch anhaltende Kämpfe feindlicher Nachbarn. Man plünderte und verbrannte die Dörfer, trieb Viehherden weg, schnitt das Getreide ab oder stampfte es mit den Pferden in den Boden.

Guntershausen lag rechts an der alten Straße von Schreufa nach Sachsenberg. Heute führt statt der Straße ein fester Waldweg vorbei. Auch heute noch existiert hier die Flurbezeichnung Guntershausen, die auch immer noch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet wird. Wann und warum Guntershausen wüst geworden ist, steht nicht fest.

Markierung Alternativstrecke durch den Ort Schreufa:

Der Übergang des Mühlgrabens und die Durchquerung der Nuhne durch eine Furt erfordert festes Schuhwerk und ist nur bei niedrigem Wasserstand möglich (Betreten auf eigene Gefahr). Eine Alternativstrecke durch den Ort ist ausgewiesen.

Verkehrsverein Schreufa Telefon 0 64 51 / 96 50 ·
www.schreufa.de

Informationspult „Der Schwarzstorch“

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist ein sehr scheuer Waldvogel. Nach seiner Ausrottung vor rund 100 Jahren ist er seit 1980 wieder im Landkreis Waldeck-Frankenberg heimisch und mit wenigen Brutpaaren vertreten.

Der Schwarzstorch ist mit seiner Körpergröße von etwa einem Meter etwas kleiner als der Weißstorch, dafür aber wesentlich farbenfroher. Sein Gefieder strahlt metallisch glänzend und wechselt seine Farbe je nach Lichteinfall von grünlich über purpur- bis kupferfarben.

Schwarzstörche ernähren sich von Fischen, Amphibien, Würmern, Mäusen und Großinsekten. Er nutzt ruhige Bachtäler, Waldwiesen und Sümpfe zur Nahrungssuche. Dazu gehört auch das Nuhnetal.

Informationspult „Die untere und die obere Butzmühle“

Die zwei Mühlen an der Nuhne wurden erstmals 1214 erwähnt. Wann sie genau erbaut wurden, ist jedoch unbekannt. Sie waren bereits vorhanden, als das Dorf Butzebach noch stand und 1242 Kloster und Kirche gebaut wurden. Nach Verlegung des Klosters vier Jahre später nach Frankenberg, verkauften die Vögte 1261 die unterste Butzmühle an das Kloster Georgenberg. In diesem Kloster ist heute das Kreisheimatmuseum untergebracht. Ein Besuch lohnt sich!

Das Dorf Butzebach ist wahrscheinlich um 1360 im Sternekrieg, wie viele andere Örtlichkeiten in der Umgebung, zerstört und nicht wieder aufgebaut worden. In den Kriegen wurden die Mühlen verschont, weil sie zur Vermahlung des Brotgetreides nötig waren und die Truppen versorgt werden mussten.

Die Butzkirche, die 1242 errichtet wurde, stand bis 1817 bei der unteren Butzmühle. Beide Mühlen und Hommershausen gehörten zur Butzkirche, in der alle 14 Tage der Pfarrer von Viermünden Gottesdienst hielt, der wiederholt „wegen des Wassers“ (Hochwasser) ausfiel. Beide Mühlen liegen heute still.

Informationspult „Hommershausen“

Das kleine Walddorf „Huomereshuson“ wurde im Jahre 1016 erstmals erwähnt. Heute ist Hommershausen ein Stadtteil von Frankenberg. Hommershausen hat eine Gesamtfläche von 1.452 ha., liegt 400 m ü. N.N. und hat rund 160 Einwohner. Besonders sehenswert sind die mittelalterliche Fachwerkkirche und das funktionsfähige Backhaus aus dem Jahr 1812.

Die sogenannte Butzkirche wurde erst 1818 in Hommershausen errichtet. Die Fachwerkkirche stand vorher bei der unteren Butzmühle und die Wanderungen durch den Wald zur Kirche gehörten zum Alltag der Dorfbewohner. Auf dem kürzeren steilen Weg gingen sie zum Gottesdienst, einen weniger steilen nahmen sie, wenn sie einen Sarg zum Friedhof an der Butzkirche tragen mussten.

Informationspult „Wacholderheide“

Das Naturdenkmal „Hommershäuser Heide“ ist ein wertvoller und vielgestaltiger Lebensraum, der nach Waldrodung mit anschließender Schafbeweidung entstanden ist. Charakteristisch ist das Mosaik aus Calluna-Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Heidenelken-Schafschwingel-Magerrasen, einzelnen Hute- bäumen, Waldresten und den Wacholderbeständen.

Zu den im Gebiet vorkommenden Besonderheiten gehören flechtenreiche Therophytenfluren mit Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) und Frühem Schmielenhafer (Aira praecox). Die Pflege der Halbkultur- und Kulturbiotope erfolgt in traditionellem Sinn mit Heidschnucken über eine jährlich ein- bis zweimalige Beweidung.

 

      Tipp:

Ein Abstecher in den historischen Altstadtkern der Fachwerkstadt Frankenberg (Eder) lohnt sich (3 km)! Das Museum des weltbekannten Möbeldesigners THONET (Mo.-Fr. 9 - 17 Uhr, Sa. 14 - 16 Uhr) und das Kreisheimatmuseum (Di.+ Fr. 10 - 12 Uhr, Mi. 15 - 17 Uhr, So. 13 - 17 Uhr) im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster St. Georgenberg sind sehenswert!

Essen und Trinken

Frankenberg (Eder)-Schreufa

  • Gasthaus Zur Mühle, Telefon 06451/8219
    Öffnungszeiten: Dienstag Ruhetag, Mo., Mi., Do., Fr. 16 - 24 Uhr ,
    Sa. 14 - 24 Uhr, So. 10 - 24 Uhr   Sonderöffnungszeiten möglich

Frankenberg (Eder)

  • Landgut Walkemühle, Telefon 06451/230264-0
    Öffnungszeiten: Dienstag Ruhetag, Mo., Mi.-Fr. ab 14 Uhr (warme Küche ab 18 Uhr), Sa., So. und an Feiertagen ab 11.30 Uhr