Extratour Franzosenwiesen

FranzosenwiesenLogo ExtratourenWandern Sie mit uns entlang vermoorter Talzüge in das Innere des Burgwalds zu den Franzosenwiesen, die ihren Namen von der historischen Nutzung durch die Hugenotten erhielten. Die Moorbereiche sind heute Lebensraum einer überregional bedeutenden Tier- und Pflanzengemeinschaft.

Die im geheimnisvollen Herzen des Burgwaldes verlaufende Route verbindet alle naturräumlichen Besonderheiten des Waldes mit sagenhaften und historischen Wegen, Gedenksteinen und Rastplätzen.

Der Weg führt zum Naturschutzgebiet Franzosenwiesen/Rotes Wasser mit seinen Mooren, Bruchwäldern, Waldwiesen, Heiden, Quellen, Bächen und Teichen. Viele Pflanzen und Tiere, die hier ihre Heimat haben, kommen in Deutschland nur sehr selten vor.

Ein landschaftliches Erlebnis ist der Badenstein - ein ‚Basaltpickel‘, dessen Gestein in früheren Jahren abgebaut wurde. Historische, sagenumrankte Plätze wie z.B. die Herrenbrücke, die Herrenbänke und der Landgrafenborn aus dem 17. u. 18. Jahrhundert weisen auf die rege Jagdleidenschaft der hessischen Landgrafen im Burgwald hin. Die Tour führt Sie in das Zentrum des Burgwaldes und lässt Sie die einzigartige Natur mit ihren Sagen und historischen Plätzen erleben.

Höhenprofil Franzosenwiesen

Rosenthal

Im Herzen des Burgwaldes liegt Rosenthal, die kleinste selbständige Stadt Hessens mit insgesamt rund 2400 Einwohnern. Die Fachwerk-Stadt erhielt die Stadtrechte bereits im Jahre 1327 auf Anordnung des Erzbischofs Matthias von Mainz als Gegengewicht zu den Stadtgründungen der hessischen Landgrafen. Die ersten Bürger kamen aus den umliegenden Ortschaften, die als Folge der raschen Entwicklung der Stadt nachfolgend aufgegeben wurden.

Wie Rosenthal zu seinem Namen kam, ist ungeklärt. Laut einer Sage war die Stadt zur Zeit ihrer Gründung mit einer dichten Rosenhecke umgeben. Als diese in voller Blüte stand, kam ein hoher Herr aus Mainz zur Visite. Entzückt soll er ausgerufen haben: „Das ist das reinste Rosenthal, also wollen wir den neuen Ort nennen“. Heute verlocken die historischen Gebäude, gepflasterten Straßen, schmalen Gassen, enge Winkel und ein Rathaus wie aus dem Bilderbuch zum Verweilen.

Seegerteichhütte

Das 2001 errichtete, idyllisch am Seegerteich liegende Holzhaus bietet mit seiner überdachten Terrasse mit rustikalen Tischen und Bänken Wandergruppen und Einzelpersonen ideale Rastmöglichkeiten. Beim Verein für naturnahe Erholung e.V. können die Räumlichkeiten gemietet werden.

Ansprechpartner für die Hüttenvermietung:
Karl-Ludwig Ruckert
Stellv. Vorsitzender und Vermietungswart
35119 Rosenthal
Telefon: 06458 - 801
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Herrenbrücke (297m)

In unmittelbarer Nähe der Herrenbrücke, früher auch Fürstenbrücke genannt, stand auf einem Schießplatz ein stockwerkhoher steinerner Turm mit gemauerten Schießlöchern. Im Jahr 1834 wurde dieses Schießhaus abgebrochen und die Steine für die Restaurierung der Herrenbrücke verwendet. Über diese Brücke führt der Herrenweg, eine alte Verbindungsstraße zwischen den früheren Jagdschlössern Wolkersdorf und Bracht. Wie eine schnurgerade Linie zieht sich dieser Weg durch den Burgwald, wohl angelegt für schnelle Pferdekutschen der landgräflichen Jagdbegleiter.

Die Herrenbrücke führt über das 15 km lange Rote Wasser, das dem Naturschutzgebiet seinen Namen gab. Das Quellgebiet des Roten Wassers befindet sich auf den Brücher Wiesen in 310 m Höhe. Bruch bedeutete früher eine nasse sumpfige Wiese. Das Wasser durchläuft von der Herrenbrücke aus ein enges Tal mit Wiesen und Teichen - ein Hauch von Auenwaldcharakter umgibt diese Landschaft. Der Name Rotes Wasser ist auf ein Steuerbuch von 1766 zurückzuführen. In älteren Urkunden wird der Bach als Isinbach bzw. Solbach bezeichnet.

Großer Badenstein

Der Große Badenstein und sein kleiner Bruder, der Kleine Badenstein, sind geologische Besonderheiten im Burgwald. Nur hier musste die Buntsandsteinplatte des Burgwaldes Basaltdurchbrüchen weichen. Die Erhebungen der bereits abgetragenen Basaltsteinbrüche sind noch deutlich zu erkennen, wobei der Große Badenstein mit seiner vulkanischen Vergangenheit einem Krater gleicht. Die Bezeichnung ‚baden‘ entstammt einem althessischen Wort und bedeutet ‚nutzen‘ oder ‚helfen‘.

Dem Protokollbuch der Stadt Rosenthal von 1722 ist zu entnehmen, dass zweihundert Wagen Steine zur Ausbesserung des Straßenbelages für die Stadt Rosenthal vom Badenstein abgefahren wurden. Seit dem Jahr 1830 wurden keine Basaltsteine mehr gebrochen. Blaubasaltsteine vom Badenstein sind in den Städten Rosenthal und Wetter noch heute anzutreffen.

Naturschutzgebiet

Franzosenwiesen (303m) Die Franzosenwiesen sind Anfang des 18. Jahrhunderts von Landgraf Karl an Schwabendorfer Hugenotten zur Nutzung als Heuwiesen in Erbleihe überlassen worden. 1838/40 erhielten die Pächter die Wiesen als Eigentum. Die Nachfahren dieser Hugenotten sind heute noch Besitzer einzelner Grundstücke. Viele bewirtschaften die Wiesen schon lange nicht mehr, einige haben sie mit Fichten bepflanzt oder an den Staat zurückverkauft.

Die Franzosenwiesen enden bei der Herrenbrücke am Herrenweg, der früher Verbindungsweg zwischen den landgräflichen Jagdschlössern von Wolkersdorf und Bracht war. Das NSG stellt eine ökologische Besonderheit in unserer Region dar. Ein besonderes Klima lässt hier Pflanzen gedeihen und Tiere einen Lebensraum finden, die sonst nur außerhalb Hessens vorkommen.

Das ca. 115 ha große Gebiet wurde 1987 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist ein ökologisch wertvoller Komplex im Verbundkonzept Burgwald. Hier sind eine große Zahl landes- und bundesweit gefährdeter Pflanzen und Tiere anzutreffen, deren Ansprüche auf einem Komplex von Hochmooren, Feuchtwiesen, Stillgewässern, naturnahen Bachläufen und bachbegleitenden Bruch- und Sumpfwäldern beruhen.

Naturschutzgebiet Landgrafenborn (359m)

 

Die Naturschutzgebiete Landgrafenborn und Diebeskeller sind unter Schutz gestellte Waldkomplexe, die mit ihren Feuchtwiesen und Stillgewässern seltenen Pflanzen und Tieren wichtige Lebensräume bieten. Es handelt sich um schmale Talgrundverbindungen, die in bewaldeten Höhen eingelagert sind. Hier haben sich zahlreiche Gesellschaften der Flach-, Zwischenmoore und Moorwälder neben Feuchtwiesengesellschaften eingestellt.

Der Landgrafenborn, eine gefasste Quelle, dient heute der Wasserversorgung der Region. Früher bei landgräflichen Jagden versorgte die Quelle die Jagdgesellschaften mit frischem Wasser. Der Born wurde vom Forst neu gefasst und mit einem Quellhäuschen versehen. Der Landgrafenborn ist eine der vielen Quellen der Wetschaft, die bei Goßfelden in die Lahn mündet. Die Bäche des Burgwaldes fließen wegen der nahen Wasserscheide teils in den Rhein und teils in die Weser.

Herrenbänke (328m)

An die Jagdleidenschaft der hessischen Landgrafen erinnern noch viele Flurnamen und historische Plätze im Burgwald. Seit 1464 besaßen die Landgrafen das alleinige Jagdrecht im Burgwald. Der Herrenweg verband die Jagdschlösser Wolkersdorf (1481) und Bracht (1744). Für die Jagdgesellschaften wurden Rastpunkte angelegt, die bis heute im Volksmund und in Flurbezeichnungen erhalten blieben. Hierzu gehört der historische Platz Herrenbänke am Herrenweg. Noch bis Ende der 1980er Jahre befand sich hier eine steinerne Sitzgruppe aus landgräflicher Zeit, die ein Opfer von Diebstahl wurde.

Dibbefrau-Stein

Dieser unbehauene Sandstein, mit der Jahreszahl 1852 versehen, macht auf das Schicksal einer Trödlerin aufmerksam. Hier soll, so wird erzählt, die Trödlerin auf dem Weg zum Markt nach Frankenberg ermordet worden sein. Nur 18 Pfennig habe sie bei sich gehabt. Da die Kirchenbücher über diesen Mord ebenso schweigen wie die Marburger Zeitung von 1852, ist nicht mehr über diese Untat bekannt. Dennoch wurde der armen Frau dieser Gedenkstein gesetzt.

Wüstung Sigertenhausen

Der frühmittelalterliche Wüstungsplatz Sigertenhausen aus dem 8. bis 10. Jahrhundert liegt im Mündungswinkel zweier Bäche. Die Scherbenfunde weisen auf eine karolingische Ortsgründung hin. Diese hatte für den zentralen Burgwald eine große Bedeutung in Bezug auf die weitere zivilisatorische Entwicklung im großen Waldgebiet. Zusätzliche Funde mehrerer Lieselschiefer-, Hornstein- und Quarzit-Bruchstücke mit deutlichen Schlagspuren aus der jüngeren Steinzeit belegen auch menschliche Spuren in dieser Zeit. Wieder entdeckt wurde der ehemalige Wohnplatz im Jahr 1953.

Essen und Trinken

  • Rosenthal: Restaurant Rosengarten,
    Mo.+Mi.-Fr. 12-14:30 Uhr u. ab.17 Uhr, Sa.+So.+Feiertage 12-1 Uhr, Di. Ruhetag, Tel. 06458-509541, Restaurant Zeus, Di.-Do. 15-24 Uhr, Fr.-So.+Feiertage 11-24 Uhr, Tel. 06458-374